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Sonntag, 2. Februar 2014Andrea Hobi

Häng‘s mal‘ – über den Sinn der Jugendsprache

 

In der Kom­mu­nika­tion hat die Wahl bes­timmter Begriffe immer auch damit zu tun, Zuge­hörigkeit oder Abgren­zung zu zeigen. Ein Blick auf die Sprache der Jugendlichen ver­an­schaulicht, dass ihre Aus­drücke oft der Abgren­zung dienen – und das ist auch gut so.

Das Tages Anzeiger Magazin war auf Pausenplätzen, Bahnhöfen und Parkplätzen, in Parks und Einkaufszentren. Die Teenager erklärten ihre Begriffe mit Beispielen. In einem recht erfrischenden Artikel beschreibt Michael Hugentobler die Jugendsprache: “Hübsch ist ihre Sprache nicht, aber das war sie nie. Dafür ist sie präzis und manchmal grob. Ein 15-Jähriger sagte uns, seine Muttersprache Deutsch spreche er in zwei Versionen – die eine könne sein Vater verstehen, die andere nicht. Das sei der Sinn der Jugendsprache.” 

Wenn also Jugendliche Alte, voll ran­dom sagen, suchen wir Erwach­sene den Link zum Sinn dieses Aus­drucks. Random? Ist das nicht die Funk­tion beim CD-Player, bei der die Titel ein­fach in zufäl­liger Rei­hen­folge abge­spielt wer­den? Bis wir einen Aus­druck mit ein­er, meist falschen, Bedeu­tung gefüllt haben, sind die Jugendlichen schon längst beim näch­sten – Hesch grisse (Du hast es gepackt) wer­den sie dann sicher­lich nicht sagen.
Das Vok­ab­u­lar der Jun­gen nachzuah­men, sich damit zuge­hörig fühlen zu wollen, ist wohl eher anbiedernd, denn damit nimmt man ihnen genau das, was sie von den Erwach­se­nen unter­schei­det. Das ist etwa so, wie wenn Eltern sich nach dem ersten Schock über das Pierc­ing ihres Kindes auch gle­ich
 stechen lassen. 


Hier zwecks Erweiterung des pas­siv­en Wortschatzes trotz­dem einige Über­set­zun­gen:
Schiss nid dri  bedeutet Erzähl keinen Blödsinn
Är het Swagheisst Er hat Stil
Sor­ry Starheisst Gib nicht so an
Häng‘s malheisst Nimm es gelassen

Abgelegt unter: BIldung

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